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Die nächste Katastrophe…

...wartet bestimmt schon an der nächsten Ecke!? Doch jetzt möchte ich mit euch an die Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz denken. Diese Flutkatastrophe hat ein sehr zerstörerisches Ausmaß erreicht. Wilde Verzweiflung und stumme Resignation zugleich. Von Menschen, die mitten drin stehen, es sehen und es doch nicht begreifen können und auch nicht wollen. Noch ist das Adrenalin hoch, es wird auf - und weggeräumt und versucht, sauber zu machen. Mehr als 155 Menschen sind in den Fluten oder an den Folgen der Überflutungen ums Leben gekommen - Hunderte von Menschen werden noch vermisst.

Ich habe mich virtuell aufgemacht, um zu sehen, wie und was an Hilfen zu den betroffenen Gebieten unterwegs ist. Und da ist schon sehr viel passiert. Schon vor den ersten Aufrufen waren Sachen und Menschen unterwegs. Die Nachbarin, die man sonst nur gelegentlich gegrüßt hat, stand auch schon bereit und half einen Eimer Dreck hinauszutragen.

Und doch wird es eine wirklich lange Zeit brauchen, bis ein halbwegs "normales" Leben wieder sein Gang gehen kann!

Die Landeskirchen haben am Sonntag die Betroffenen der Flutkatastrophe in den Mittelpunkt ihrer Gottesdienste gerückt - selbst bei uns in der Kirchengemeinde hat Pastorin Schmidtpott die vorbereitete Predigt umgeschrieben auf die gegenwärtige Situation.

Von einem Küster in Meckenheim/NRW weiß ich, dass die Menschen dort noch etwas glimpflich davongekommen sind, doch in deren Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel haben die sintflutartigen Regenfälle schwere Schäden an Menschen und deren Hab und Gut hinterlassen. Es gibt immense Anstrengungen der Hilfskräfte sowie eine beeindruckende Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe. Es wurde vom Kirchenkreis ein Sofort-Hilfe-Fond eingerichtet. Der Kirchenkreis bat die Gemeinden darum, ab Sonntag, 18.07.2021 die Klingelbeutelkollekten umzuwidmen und das nicht nur einmalig, sondern für die nächsten Wochen.

Das bleibt dann weiter zu hoffen: die Bereitschaft der Menschen, sich einander anzusehen, anzunehmen und zu helfen, zu unterstützen. Das die Hilfe, die von Kreis, Land und Bund benötigt wird, auch ankommt - einfach und direkt! Dass das Vergessen der Medien und der Politiker*innen nicht so schnell passiert - denn es gibt ja immer eine neue und schlimmere Katastrophe, als die, die gerade passiert ist. Tatsache ist ja: auf der Welt passieren andauernd katastrophale Dinge! Von Menschen gemacht/ verursacht!

Ich möchte euch zur Hilfe auffordern: gebt was ihr könnt und wollt. Informiert euch in den sozialen Medien, wo noch was genau gebraucht werden kann. Spendenkonten gibt es viele - auch diese sind im Internet aufzufinden. Wir z.B. werden eine Geldspende auf den Weg bringen zu : Lebenshilfehaus/Lebenshilfe Sinzig - Kreisvereinigung Ahrweiler e.V. - https://www.lebenshilfe-ahrweiler.de/2021/07/fluten_in_lebenshilfe/

Und nun gerade erreicht mich ein Hilferuf von einem ehemaligen Kollegen aus der Bremischen Landeskirche - Volker Jentzsch. Volker Jentzsch steht im telefonischen Kontakt mit der St .Laurentius Kirchengemeinde in Ahrweiler. Die Not der betroffenen Menschen ist noch viel schlimmer als in den Medien dargestellt. Die größte Hoffnung liegt im finanziellen Bereich. Wir und einige Freunde von uns, schreibt Volker, unterstützen den Fond "Helfet einander" - da dort jeder Cent an die Opfer geht und nicht zusätzlich in die Verwaltung. Ausdrücklich sind wir aufgefordert: Bitte macht mit!!!

Zu guter Letzt ein Flut-Gebet, verfasst von Dr. Thorsten Latzel, Präses in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR)

Gott, die Wasser haben mir auch die Worte weggespült. Das Leid, das Menschen gerade geschieht, ist so unfassbar, dass ich selbst beim Klagen nicht weiß, wo anzufangen.

Bei denen, die ertrunken sind? Bei den Vermissten? Wir wissen selbst heute noch nicht einmal, wie viele. Bei denen, die ihr Haus, ihr Geschäft, alle ihre Lebenserinnerungen verloren haben? Mit der eigenen Wohnung haben viele zugleich ihre Heimat, ihr Vertrauen verloren.

Gott, Du weißt um die Not, für die uns die Sprache fehlt. Um die vielen Tränen, die dennoch nicht reichen, und die ungeweinte Trauer.

Gott, schenk uns Kraft jetzt füreinander da zu sein. Einander festzuhalten, wo unser Grund und Halt weggespült wurde.

Gott, gib uns Mut, wieder aufzustehen. Gegen Schlamm und Schutt. Lass uns für einander Trösterinnen und Hoffnungsbringer sein.

Gott, hilf uns umzugehen mit dem, was wir nicht verstehen. Und hilf uns so zu leben, dass sich solche Katastrophen nicht vermehren.

Sprich du selbst Amen, wenn wir es nicht mehr können.

Und nun los - helfen, irgendwie, beten für einen anderen, der stumm vor Leid ist.......

hdr

2 Gedanken zu „Die nächste Katastrophe…

  1. M.Manthey

    Danke Gudrun für Deinen Beitrag zu der wirklich großen Katastrophe.
    Es fehlen einem die Worte.... zu dem was passiert ist.
    Letzten Sonntag war ich bemüht spontan den Kollektenzweck zu ändern, doch mir wurde gesagt,
    da wird genug gespendet, das sei nicht nötig....
    Ich habe mich wirklich über soviel Ignoranz geärgert...
    Jeder Cent wird da wichtig sein.
    Herzliche Grüße
    Manfred

    1. Gudrun Bruhs

      Lieber Manfred, ja, es bleibt schwierig, Menschen nachvollziehbar zu verstehen. Möglicherweise wird dann eine der nächsten Kollekten umgewidmet. Über Jahre hinaus werden die überfluteten Landschaften und Orte und die Menschen dort Geld für den Wiederaufbau oder anderes benötigt werden. Liebe Grüße Gudrun

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