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Was für ein verrücktes Jahr

Ein klitzekleines Virus bringt unser Leben nun schon seit Monaten durcheinander – und wird es wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile tun. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war es unvorstellbar, nur an einem Tag in der Woche, oder sogar gar nicht zur Schule zu gehen, dass Geschäfte geschlossen bleiben oder, wenn sie geöffnet haben, nur mit Mund-Nasen-Schutz zu betreten sind oder seine Freunde nicht oder nur auf Abstand sehen zu können. Und obwohl das Thema Corona unsere Medien gerade beherrscht und die Welt über kaum etwas anderes zu sprechen scheint, fühlt sich die Situation trotzdem auch nach Monaten noch immer sehr seltsam an.

Im Januar 2020 wurde zum ersten Mal eine Corona-Infektion in Deutschland bestätigt. Seitdem hat das Virus für jeden Menschen im Land das Leben verändert. Das fängt im ganz Kleinen an, beim Lächeln hinter der Maske - und endet bei den großen Fragen nach der Zukunft. So viele Einschränkungen, oder lieber möchte ich es Veränderungen nennen, bringt diese Pandemie mit sich. Restaurants, Kinos und diverse Geschäfte blieben über Wochen geschlossen. In Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und in vielen anderen Situationen muss man eine Maske tragen die Mund und Nase bedeckt. In vielen Institutionen wurden „Einbahnstraßen“ eingerichtet damit man möglichst wenig direkte Kontaktpunkte zu anderen Menschen hat.

Auch wir Küsterinnen und Küster mussten uns auf einen völlig neuen Arbeitsablauf einstellen. Bei uns in Hemmingstedt durften wir ab dem 13. März 2020 keine Gottesdienste, Trauerfeiern oder andere Amtshandlungen durchführen. Sämtliche Veranstaltungen wie Seniorennachmittag, Frauenfrühstück, Jungschar und Männerkochkurs sind bis jetzt abgesagt. Lediglich der ein oder andere Ausschuss kann, unter Einhaltung diverser Auflagen, abgehalten werden.

Am Pfingstsonntag fand bei uns dann wieder der erste Gottesdienst statt. Diesen feierten wir gegenüber von der Kirche, draußen, auf dem Schützenplatz. Normalerweise steht über Pfingsten dort ein Festzelt, weil das große Volksfest, das Bürgervogelschießen, stattfindet. Dort wird dann normalerweise auch der Gottesdienst gefeiert. Seitdem feiern wir immer, sofern das Wetter mitspielt, draußen Gottesdienst. Auf der Wiese vor der Kirche ist ausreichend Platz damit der nötige Abstand zwischen den Besuchern eingehalten werden kann und dort darf dann auch gesungen werden. In jedem Fall müssen Teilnehmerlisten geführt werden und immer und für jeden Besucher muss Handdesinfektionsmittel bereit stehen. Der Duft von Desinfektionsmittel gehört mittlerweile zum Alltag. Aber Meckern und Klagen bringt da auch nichts, ich persönlich bin ein stets positiv denkender Mensch. Ich versuche immer und bei allem das Gute zu sehen. Und auch Corona bringt, meine Meinung, etwas Positives mit sich.

Ich persönlich habe mich zum Beispiel über die viele Zeit gefreut die ich geschenkt bekommen habe. Dadurch dass sämtliche Veranstaltungen und andere Normalitäten nicht gestattet waren hatte ich plötzlich richtig viel freie Zeit. Ich hatte abends und am Wochenende plötzlich gar nichts vor. Ich habe die Zeit nutzen können um unser lang geplantes Gartenhaus zu bauen. Und auch jetzt, ein gutes halbes Jahr später, fühle ich mich immer noch entschleunigt. In die Zukunft schaue ich positiv. Ich glaube dass uns Corona immer ein Stück weit begleiten wird und dass die Lockerungen auch noch etwas auf sich warten lassen werden. Das halte ich auch für sehr sinnvoll, solange man noch nicht genau mit diesem Virus umzugehen weiß. Sehr gespannt bin ich, wie viel von der alten Normalität vor der Pandemie, wir nach den Lockerungen erwarten können/dürfen.

Bei uns in Hemmingstedt konnte ich feststellen, dass ganz viele Menschen für andere, hauptsächlich ältere, da waren. Sie haben Einkäufe oder Botengänge erledigt, nette Gespräche geführt um die Langeweile oder Einsamkeit zu erleichtern oder einfach mal angefragt ob alles in Ordnung ist. Das ist eine der Veränderungen von denen ich mir wünschen würde dass sie bleiben. Dann hoffe ich das Veranstaltungen wie Seniorennachmittag, Frauenfrühstück und Jungschar wieder stattfinden können und mindestens genau so gut besucht werden wie vorher.

Ich wünsche allen das sie behütet durch diese „andere“ Zeit kommen und vor allem gesund bleiben.

Stefan Dercks, Küster der Kirchengemeinde Hemmingstedt,

Berufsgruppensprecher im Kirchenkreis Dithmarschen

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