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Andacht von Manfred Manthey Küster in der Kirchengemeinde Grube

Wer es lieber hören möchte klicke hier: http://kirche.ws/archive/202008

Heute am 21.04.2020 erleben wir, wie ein Virus die Menschheit im Griff hat, nie zuvor haben wir uns vorstellen können, dass so etwas passiert und praktisch alles zum Stillstand kommt. Was Greta Thunberg in den vergangenen Jahren forderte war unvorstellbar umgesetzt zu werden, doch nun ist dieser Virus Corona ( COVID 19 ) über uns gekommen und plötzlich geht es, Flugzeuge bleiben am Boden, Menschen müssen zu Hause bleiben, Arbeit ruht! Seit einigen Wochen geht es so, und nun seit gestern sind erste Lockerungen aktiv, gestern haben erste Geschäfte wieder geöffnet, heute schreiben die jungen Menschen Abitur hier in Schleswig-Holstein. Alles mit Abstand und weiteren Sicherheitsvorkehrungen. Unsere Kanzlerin Frau Merkel warnt vor Übermut und mögliche notwendige Maßnahmen im Falle eines Rückfalls. Gerade einmal 5 Wochen und schon können wir alle es nicht aushalten, persönlich psychosozial, weil wir im Homeoffice sind und gleichzeitig die Kinder zu Hause haben, weil sie nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen dürfen, weil die Ansteckungsgefahr offensichtlich zu groß ist. Aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, weil viele überhaupt keinen Umsatz generieren, so die gesamte Tourismusbranche, die hier für Schleswig-Holstein und für Ostholstein äußerst wichtig ist. Trotz der staatlichen Soforthilfeprogramme befürchten die Ersten Insolvenzen. Jetzt schon, nach so kurzer Zeit. Und die Wissenschaftler sagen, es wird dauern, dauern bis es einen Impfstoff gibt, wie will man die Zahl der Infizierten niedrig halten, wenn gleichzeitig die Menschen sich nach Normalität sehnen.

Seit Wochen schönster Sonnenschein. Die Bauern klagen: kein Regen. Schon letztes Jahr gab es große Diskussionen um Bienensterben, heute steht in der Zeitung: „ Das Blaumeisen sterben erreicht den Norden“.  Die Liste der negativen Nachrichten könnte ich durchaus weiter fortsetzen, doch irgendwie erschrickt mich dies alles nicht so, wie man vielleicht erwarten sollte. Die Bibel, unser Leitwert spricht von solchen Zeiten, was kann ich da überrascht sein, wenn wir es erleben. Das hat es wohl noch nie gegeben, keine Gottesdienste, nicht einmal zu Ostern, weil die Angst vor der Verbreitung des Virus so groß ist! Da erreicht mich gerade während ich hier schreibe eine Mail von Pastor Boysen, Gemeinde im Aufwind, ich will hier nur einen Satz zitieren: „ Offensichtlich ist das Bewusstsein nicht mehr vorhanden, dass der Staat nicht in den engen Kreis der "hoheitlichen" Aufgaben der Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts eingreifen darf (Art. 140 GG).“ Endlich, einer der es ausspricht. Es war und ist unerträglich, dass wir keine Gottesdienste feiern!

Sie, die nun die Zeilen finden haben auf jeden Fall diese Zeit überlebt, so wie wir unsere Vorfahren und die Pest überlebt haben. Das Ende der Welt wurde immer wieder vorausgesagt, doch erleben wir, „ es geht immer weiter“. Was ist also mit dem jüngsten Tag, der Sehnsucht nach Erfüllung der Schrift? In meiner Sozialisation bin ich auf Theologen gestoßen, die sprachen davon, dass das Reich Gottes hier auf Erden beginnt, Gott ist in Jesus Mensch geworden. Auch bleibt die Verbundenheit mit meinen gestorbenen Eltern, als wenn Sie tatsächlich im „ Himmel “ sind. Ja ich spüre, sie sind nicht weg. Psychologisch gesehen bewegen sich diese Erfahrungen in der Spannung von Tillmann Moser „ Gottesvergiftung “ und der damit verbundenen Einengung, dem erhobenen Zeigefinger „ Gott sieht alles “, dem Vertrösten auf später, und er Freude auf das ewige Leben, ohne Angst und Sorge.

Wenn wir Menschen tatsächlich dazu lernen würden, so ließen wir die Flugzeuge am Boden, zumindest die Masse, wir würde unser Leben so organisieren, dass wir nicht mehr tagtäglich 100 Kilometer zur Arbeit hin und wieder zurückfahren. Wir sollten begreifen, dass Geld nicht der wichtigste Wert ist, sondern tatsächlich unser Seelenheil. Was bleibt denn, wenn du spürst, dein Leben, dein Körper kann nicht mehr, am Ende bleibt nur der Tod für das hier irdisch. Und so wissen wir vielleicht schon, neben dem irdischen gibt es noch etwas anderes, nennen wir es Jenseits und Diesseits, Yin und Yang, auf jeden Fall bin ich sicher, entgegen der Position, das alles vorbei ist, dass da noch etwas ist, wir Christen haben mit Ostern Hoffnung auf etwas, dass uns trägt und Mut macht für Morgen. Selbst wenn unser individuelles Leben hier auf der Erde zu Ende geht, so sind wir Christen gewiss, dass da etwas kommt, was wir Menschen nicht beschreiben und erklären können, dass es bei Gott sein wird.

Ich danke für mich und meine Kolleginnen und Kollegen für unsere Arbeitsstelle.
Gibt Du Herr uns Kraft,
richtige Worte und ein gutes Einfühlen,
in all die schwierigen Situationen die uns begegnen

Danke Herr für die vielen guten Jahre!

Segne Du unser Handeln
laß leuchten Dein Angesicht über uns
und gibt uns Frieden!

Amen

Ein Gedanke zu „Andacht von Manfred Manthey Küster in der Kirchengemeinde Grube

  1. Gudrun Bruhs

    Lieber Manfred, ich danke dir noch mal für deine Andacht. Und es ist eine Zeitgeschichte - ich wäre so gern Mäuschen, wenn diese Zeilen nach vielen Jahren jemand liest und was die Gedanken dabei sind. Ich wünsche dir alles Gute, bleib behütet, bleib gesund. Liebe Grüße - Gudrun

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